weitet auch mein Inneres. Es ist genau so, wie die Freundin neulich sagte. Eigentlich wartet man hier immer auf das Meer, das jeden Moment auftauchen müsste. Wenn der Hausmann nicht da ist – ihn zieht es nach Berlin – dann darf ich an seinem Schreibtisch sitzen, darf von seinem Tellerchen essen, in seinem Bettchen schlafen. Das ist schön und gilt natürlich auch umgekehrt. Hinter dem Deich, hinter den Wiesen, dem Wald, da könnte das Meer sein. Die Wolken darüber erzählen Geschichten. Vom Hasen, der dem Bären in den Hintern beißt. Aber ich bin hier, um meine Geschichte zu Ende zu erzählen. Nicht zu Ende, denn natürlich geht es immer weiter. Aber zu einem vorläufigen Ende will ich jetzt mal kommen, und dann schaun mer mal.

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sieht es recht übersichtlich aus. Nicht mal Brot ist im Haus. Also ungefrühstückt zum Bäcker. Das Brot hat eine schöne Kruste, ganz so, wie ich es mag. Und wie es duftet. Der braune Fleck rechts in der Wiese ist ein Reh. Es hebt seinen Kopf, dreht ihn in meine Richtung. Fährt „es“ weiter? Oder bleibt „es“ stehen? Ich lande fast auf dem Feld, weil ich die ganze Zeit nach hinten geschaut habe. Gestern ist ein Storch nur ein paar Meter von einem Reh entfernt auf die Wiese geplumpst. Das Reh ist zur Seite gesprungen, aber nicht weggelaufen. Offensichtlich werden Dinge, die vom Himmel fallen, als ungefährlich eingestuft.

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mit der Mannheimer Freundin, dann fährt Frau J. sie zum Bahnhof. Schön war es. Wieder zu kurz. So ist es ja immer. Hoffentlich funktioniert die Klimaanlage im Zug. Wir haben hier mittags schon 30 Grad. Göttin sei Dank findet der Workshop mit Stefan Bassir vor der Kirche statt. Tische und Stühle stehen unter dem großen Baum, bis zum späten Nachmittag weht hier immer ein kleiner Wind. Und dann geht es auch schon los. Stefan erklärt das Procedere, gibt Hinweise, kommt mit immer neuen Ideen und Materialien. Geduldig und zugewandt. Ein guter Lehrer. Ein inspirierender Künstler.

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fahren wir nach Neustadt. Es sind noch ein paar Einkäufe zu erledigen, das alkoholfreie Bier ist ausgegangen, Kuchen haben wir auch keinen mehr, und obwohl ich der Freundin vorschlage, dass sie sich unter die Kastanie setzen und lesen könnte, will sie mich begleiten. In Sieversdorf schauen wir nach dem jungen Storch. Unschlüssig steht er da, pickt mal hier, mal da, vielleicht müssen die Eltern ihn aus dem Nest schubsen. Den Stubenhocker. Ob sie zu den vielen Störchen gehören, die zwischen Hohenofen und Neustadt auf der Wiese stehen? Ich biete der Freundin an, die Räder zu tauschen, damit sie mal mit Unterstützung fahren kann. Will sie aber nicht.

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Diese Frische am Morgen. Das Licht, das durch die Blätter auf die Wiese sickert. Der heiße Kaffee. Die Bachstelze auf der weißen Plane. Der kleine Papierkranich, der immer noch auf einem Zweig in der Kastanie schwebt. Die Freundin wird einen anderen an der Havel freilassen. Auf manchmal recht schattigen Wegen fahren wir durch Wiesen und Felder, vorbei an Pferden und Kranichen. Raubvögel in der Luft. Der Fluss erinnert uns an Tage unserer Kindheit. An den Main. An einen kleinen Baggersee in Schildow. Jede hat andere Bilder vor dem inneren Auge, andere Gesichter, andere Situationen, und doch gibt es Ähnlichkeiten.

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Herum gewälzt. Bis in den frühen Morgen. Der Hausmann schon um halb 7 auf den Beinen, er muss nach Berlin. Zwei Stunden hin, zwei Stunden zurück, das will er morgen auch noch einmal machen. Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss. Hier hat er gestern Abend noch das Klettergerüst für die Bohnen erweitert. Dafür war er vorher im Wald, kam mit zwei dünnen Ästen wieder. Ich hatte ja gedacht, dass er gleich die Alufolie heraussuchen würde, um zusammen mit der Mannheimer Freundin interessante Objekte herzustellen. Sie haben sich den Vorgang von dem Berliner Bildhauer Stefan Bassir, der in der Roddahner Dorfkirche gerade eine Ausstellung vorbereitet, genau erklären lassen.

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treiben direkt vor dem Eingang zur Maisonette ihr Unwesen. Das geht zu weit. Ich war noch nicht bei den Bohnen, um zu schauen, was sie dort wieder angerichtet haben. Der Hausmann hat sie gestern auf dem Spaten zur großen Wiese getragen. Dort dann Schneckenweitwurf. Da habe ich andere Pläne. Sonst müssen gar keine Pläne gemacht werden. Die Mannheimer Freundin muss Gott sei Dank weder beschäftigt noch mit städtischen Attraktionen beeindruckt werden. Wir können ganz entspannt im Garten sitzen. Schauen. Essen. Kaffeetisieren. Gestern Abend sind wir noch eine kleine Runde über den Deich gelaufen. Der Weg über die Wiesen zum Wald ist gesperrt. In der Ferne Kühe. Ach so.

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wie er angefangen hatte. Ich saß beim Hausmann im Bette. Morgens saß ich da mit meinem zweiten Kaffee, abends mit einem Bier „ohne“. Wir haben uns tatsächlich das Endspiel angeschaut. Zumindest von mir kann ich sagen, dass ich anschließend geknickt war. Wir hatten den Engländern die Daumen gedrückt. Natürlich haben die Spanier den Sieg verdient. Keine Frage. Aber…Dabei war ich kurz vor dem Spiel noch froh und heiter. Fast ein wenig aufgekratzt, so wie ich das immer bin, wenn ich inspirierenden Austausch erlebt habe, erlebe. Wenn ich merke, da will eine/r nicht nur klug daher kommen, da zeigt mir jemand sein Inneres. Sorgen. Nöte. Nicht nur die „schöne“ Oberfläche.

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