drehen letzte Pirouetten. Die Dächer der Autos haben eine weiße Haube. Aus dem Schornstein gegenüber steigt Rauch. Grau in grau mal wieder. Ich habe kalte Füße. Trotz Wollsocken und Stulpen. Auf dem Tisch im Eßzimmer stehen Dosen voll mit verschiedenem Weihnachtsgebäck. Lecker. Die Italienerin ist nicht nur die aktivste Bäckerin in unserer Runde, sie hat es auch echt drauf. Eigentlich wollte ich mich an der Produktion der Plätzchen beteiligen, aber ich kann doch nicht nein sagen, wenn ich gefragt werde, ob ich nicht Lust hätte, in die Sauna zu fahren.

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Den See mag ich bei jedem Wetter. Und diese Stimmung mag ich ganz besonders. Sie passt zum Geheimnis der Vorweihnachtszeit. Die Mandarinenten sitzen meist paarweise auf den Ästen eines Baumes, der sich über das Wasser gestreckt hat. Eine Frau steht mit gezücktem Handy. „Seid ihr doof? Bleibt gefälligst sitzen. Ich will euch fotografieren.“ Ich muss lachen. Auf dem Rückweg höre ich mich zum Graureiher sagen, er soll sich bitte mal aufrichten. Er sitzt auf einem Hinweisschild am Ufer und putzt sein Gefieder. Und denkt gar nicht daran, für mich zu posen. Recht hat er.

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Cyber Monday, lasst mich doch alle in Ruhe. Was da in meinem Postfach landet und mich einlädt, Dinge zu kaufen, die ich nicht brauche. Ein Abo für den Klempner wäre allerdings nicht schlecht. Der Abfluss in der Küche ist immer noch oder schon wieder verstopft. Wofür haben wir eigentlich 140 Euro bezahlt? Der Chef der Firma will sich bei mir melden. Ich denke derweil über den nächsten Weihnachts-Kuchen nach. Der lauwarme Angeber-Kuchen gestern ist mir gut gelungen. Wer sich diese Namen ausdenkt. Mit frisch geschlagener Sahne sehr lecker. Fanden auch die Mitbewohner. Und die asiatische Kartoffelsuppe (was wir tumben Kartoffeln so unter asiatisch verstehen) wurde ebenfalls goutiert.

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haben wir uns die erste Kerze angezündet. Das war gemütlich. Den Kranz hat der Hausmann selbst gewunden und verziert. Wie man Sterne bastelt – oder in unserem Fall Untersetzer für die Kerzen – haben ihm seine großen Schwestern gezeigt. Ein Hoch auf die großen Schwestern. Ich hätte früher gern einen großen Bruder gehabt, der mir die gefährlichen Zwillinge aus der Nachbarschaft vom Leibe hält. Der Syrer ist ein großer Kerl, aber der ist ja eher Sohn. Ich habe seine Frau und ihn zum Adventskaffee eingeladen, allerdings hat er gerade Probleme mit einem Weisheitszahn. Im Moment kann er nichts weiter tun, als Fußball zu schauen. Nachtigall.

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lege ich mich nach dem Krimi – ohne Krimi geht sie nicht oder nur ungern – zum Schlafen nieder. Irgendetwas an dieser Praxis hat angefangen mich zu stören. Und deswegen sitze ich nach dem Krimi jetzt noch mindestens eine halbe Stunde im Dunkeln, gerne auch länger, manchmal mit einer Kerze. Letztes Jahr habe ich das in den Rauhnächten gemacht, das hatte mir gefallen. Ich bedanke mich für das Gute, das mir an diesem Tag widerfahren ist. Versende frohe Botschaften. Und dann lausche ich nur. Seit ich das mache, schlafe ich sehr gut. Allerdings ist mir dabei aufgefallen, dass ich tatsächlich schlechter höre. Müsste es nicht Geräusche von der Straße geben? Da ist nur ein angenehmes Rauschen.

 

Auf der Heimfahrt hatte ich gestern einiges zu tragen. Zwei Kilo Quittenbrot. Ein paar Brötchen. Selbst gebacken vom Mopedfahrer. Ein Stück vom leckeren Stollen. Mitgebracht von der jungen Frau zu unserem letzten Quitten-Projekt-Treffen, das ganz im Zeichen der Veredelung der Rohplatten stand. Acht Platten gab es. Veredelt werden sollte mit Schokolade weiß und/oder dunkel. Mit Marzipan. Am Ende haben wir festgestellt, dass es eigentlich keine Veredelung braucht. Das Konfekt schmeckt pur ganz hervorragend. Nach drei Stunden dachte ich, ich würde tagelang nichts Süßes essen können. Aber siehe da: Heute geht es schon wieder.

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aus Unterfranken ist für ein paar Tage in Potsdam. Wir haben uns im Barberini verabredet. „Surrealismus und Magie“, in meinen Ohren klang das verheißungsvoll. Während die Freundin immer noch oder schon wieder bei den Impressionisten ist – sie war eine Stunde vor mir da – streife ich durch die verzauberte Moderne. Ich würde mich gern verzaubern lassen, aber dafür bräuchte ich entweder mehr Platz oder weniger Menschen. Ich werde wirklich mit zunehmendem Alter immer mimosenhafter. Die Mischwesen – halb Baumstamm, halb Frau – von Paul Delvaux habe ich eine Weile für mich allein. Wenn ich jetzt noch einen Stuhl….

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Blick von der Langen Brücke in Potsdam