durch den Wald, hin zum Hochuferweg. Der Hausmann ist übermütig und bleibt immer mal wieder stehen. Schweine! Wo seid Ihr? Ich möchte wetten, er säße super schnell in irgendeinem Gipfel, sollte hier tatsächlich ein Schwein auftauchen. Und ich könnte sehen, wie ich mit dem fertig werde. Weil ich es ja nicht auf einen Baum schaffe. Aber natürlich oder Gott sei Dank kommt keins. Wir haben Kaffee, Tee, Kuchen dabei, nicht zu vergessen die Isokissen für unsere Hintern. Die Bänke am Aussichtspunkt sind neu, leider finden auch andere Wanderer diese sehr einladend.

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hat mir das Buch „Die letzten heiligen Dinge“ des US-amerikanischen Ethnologen Kent Nerburn empfohlen, in dem es auch um den Ausverkauf der spirituellen Tradition der Native Americans geht. Es ist von 1994, aus einer Zeit also, als man die Natives noch Indiander nannte. Wenn der Autor nicht gelogen hat, hatten diese damals nichts gegen diese Bezeichnung einzuwenden. Das Buch macht mich einerseits wütend – es ist so brutal, so widersinnig und hinterhältig, was man diesem Volk angetan hat – und auf der anderen Seite denke ich beim Lesen ständig, wie gut wir beraten wären, würden wir von den Native Americans lernen.

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als Spiegel meiner inneren Verfassung. Von gülden zu blau zu grau zu schwarz. Und wieder zurück. Ein Brief, eine Mail in diesem Fall, kann mir die Stimmung verhageln (Ihr Lieben da oben, hageln müsst Ihr jetzt nicht auch noch). Selbst wenn ich telefonisch schon darauf vorbereitet wurde. Die Kinder unserer verstorbenen Eigentümerin, die Erben also, die möchten, dass wir eine Art Vertrag unterschreiben. Wir mögen doch bitte bestätigen, dass wir bis zum 30.6. ausziehen, und dass wir für den Fall, dass nicht, sämtliche Kosten übernehmen. Über eine zügige Rücksendung der Dokumente würden sie sich freuen. Sollte die Freude nicht beiderseitig sein? Irgendetwas stimmt hier nicht.

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liebt Wasser. Enten. Matsch. Aber ganz besonders liebt sie andere Hunde. Leider ist sie im Kontakt mit diesen stürmisch, man könnte auch von übergriffig sprechen, und hören tut sie dann auch nicht, wenn man sie ruft. Dass dies nicht nur bei mir so ist, könnte mich trösten, tut es aber nicht. Ich möchte sofort ein Wochenende bei Maja Nowak, deren Umgang mit Hunden mich immer wieder erstaunt und berührt. Aber sie sagt ja auch, dass es eher die Menschen sind, mit denen sie arbeiten muss. Wie auch immer, nach meinen drei Einsätzen bei der jungen Wilden war ich fix und.

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die Anhöhe erklommen, man hat einen guten Rundumblick. Ich erinnere mich. Das letzte Mal war ich mit dem behinderten Jungen hier. Der längst ein großer Kerl geworden ist, mit Bartwuchs und so. Ich habe vor einigen Monaten ein Foto gesehen und gestaunt. Wasser liebt er immer noch, wie ich hörte. Auch ich liebe Wasser. Deswegen werde ich den See vermissen. Oder auch nicht. Der Freund will das Haus umgestalten. Aus seiner großen hellen Werkstatt könnte ein Gemeinschaftsraum werden. Und natürlich müssen die Zimmer gestrichen werden.

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die Waschmachine. Falls der Hausmann doch vom Bodensee zurückkommt, soll er in frischer Bettwäsche schlafen. Als ich krank war, habe ich mich einfach so in sein/mein/unser Bett gelegt und habe meine Viren verteilt. Da bin ich nicht zimperlich. Und jetzt mache ich das Bier auf, das hier seit 15 Tagen im Regal steht. Gut gekühlt. Ich trinke auf sein Wohl. Hoch soll er leben. Und lang. 60 Jahre. Das glaubt doch kein Mensch. Dieser junge Spund. Damit er sieht, dass ich meine Abstinenz unterbrochen habe, schick ich ihm schnell noch ein Foto.

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sitzt immer eine Weile ruhig am Knödelboy und schaut zu mir herein. Mich würde interessieren, was es sieht. Oder sind es eher Energien, die da hin und her gehen? Von einem lebendigen Wesen zu einem anderen? Und was ist mit dem Baum? Oh Verzeihung. Natürlich muss es „mit den Bäumen“ heißen, es sind ja mehrere, die mir plötzlich zu winken scheinen. Ach Kinder. Bei Kinder fällt mir die Thailänderin ein. Mit ihrem Job hat es nicht geklappt. Traurig ist sie nicht gerade. Und ich, ich bin auch nicht traurig. Zumal ich ja inzwischen an Zeichen glaube.

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nachdem ich der Thailänderin in der Küche erzählt habe, dass ich – ausgelöst durch den heftigen Infekt – mal wieder auf Zucker und Alkohol verzichte, verschlinge ich im Büro einen halben Schoko-Weihnachtsmann. Zahlen abgleichen, das löst immer wieder dieselben Reflexe aus. Ich muss mich trösten, betäuben, muss irgendetwas in mich hineinstopfen. Zu Hause ist mir immer noch übel. Zumindest merke ich in Zeiten der Enthaltsamkeit, welche Wirkung Zucker hat. Ich brauche eine Wärmflasche. Mit der gehe ich ins Bett und mache das, was ich gestern auch schon gemacht habe, womit ich aber nicht fertig geworden bin. Ich lese.

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