ein neuer Knödel für meine Freunde. Der Rücken ist besser, dafür ist der Schmerz in der linken Kopfseite stärker geworden. Vermutlich kommt es vom Kiefer, auch das Kauen tut heute weh. Wie schrieb ich gestern einer Freundin? Irgendwas ist immer. Das wird sie vielleicht nicht verstehen, sie ist um einiges jünger als ich. Ich schrieb aber dazu, dass es mir sonst ziemlich gut geht. Und das stimmt. Gestern Abend war ich so was von gut gelaunt. Das lag nicht nur an dem exquisiten Lachs auf Salat mit Rosmarinkartoffeln, zu dem Frau J. den Hausmann und mich eingeladen hatte, nicht an dem Seidenhemd, das sie mir später geschenkt hat, aber vielleicht an der dunklen Schoklade, die ich sonst rigoros ablehne. 92 % Kakao. Hallo?

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hat sich ein Starenpaar den Kasten neben meinem Küchenfenster genauer angeschaut. Heute waren Spatzen da. Ich muss die Knödel rationieren, meine Vögel fressen als gäbe es kein Morgen. Im Wald queren zwei Rehe meinen Weg. Sie laufen nach rechts in die Schonung, kommen gleich wieder zurück, dann warnen sie ihre Kumpel. Das Bellen klingt heiser. Kurz vor dem Butterbaum ein einzelnes Kranichpaar inmitten schnatternder Gänse. Sie recken sich in meine Richtung, offensichtlich werde ich als ungefährlich eingestuft. Der Wind ist kalt, es riecht nach Holz und Erde. Ich hätte mein Isokissen und einen Becher Kaffee mitnehmen sollen. Aber hätte hätte.

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schien der Mond mal wieder fast bis zu meinem Bett. Wäre ich nicht so müde gewesen, hätte ich am Deich bestimmt einen wunderbaren Caspar-David-Friedrich-Moment haben können. Aber hätte hätte. Heute um 13.30 Uhr war Vollmond, da war ich unterwegs in Neustadt. Vom Meisenknödel-Dealer zum Supermarkt. Wo ich Schokolade, Kekse und alkoholische Getränke mal wieder links liegen ließ. Tag 11 von 47. Ich kann ohne Zucker – nicht mal das Teelöffelchen Honig gönne ich mir – ohne Alkohol leben. Das weiß ich von früheren Experimenten. Wird das Leben dadurch schöner? Nein. Aber ich habe einen Willen. Immerhin das. Und wer weiß, vielleicht bin ich Ostern erleuchtet.

 
 

zum Bioladen. Heute bläst der Wind scharf von links. Vom Schwanensee her. Die Hühner legen schlecht zur Zeit, Eier gibt es keine mehr. Im Regal ein letztes Brot. Wenigstens das. Ich sollte vielleicht eher los oder doch vorbestellen. Erst auf dem Rückweg fallen mir die vielen Wildgänse auf, die rechterhand auf den Wiesen sitzen, wenn man Richtung Schwarzwasser fährt. Auch am Himmel ein Getöse, Zug um Zug nähert sich. Am Wiesenrand zwei Vogelbeobachter mit Hightech-Kameras. Dann höre ich die vertrauten Rufe. Auch ein Kranichpaar möchte sich niederlassen. Kurz vor unserem Dorf rennt mir fast ein Fasan in die Speichen. Hier ist ja einiges los heute.

 

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haben etwas Trostloses an sich. Das habe ich schon einige Male beobachtet. Wenn die Geschäfte um die Märkte herum geschlossen sind, dann würde zumindest ich auswandern wollen. Ich erinnere mich an ähnliche Empfindungen in Neustrelitz, Güstrow, Angermünde, Beeskow. Jetzt also in Kyritz. In der Bahnhofstraße haben mich in einem Schaufenster schon die blauen und weißen Kunstblumen in Töpfen deprimiert. Da ist der spielRaum in der Mittelstraße 6 ein echter Lichtblick. Der Fußboden bunt, der große Raum hell, einladend, an den Wänden die Werke der gerade ausstellenden Künstlerinnen. Wieder staune ich über die so unterschiedlichen Talente, die es in der Region gibt.

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