schon kann man mich mit Staubsauger und Wischmop sehen. Könnte man mich sehen, wären da noch andere Menschen. Der Tunesier macht online Bewerbungsinterviews oder ist mit dem Rad unterwegs, die Thailänderin hat sich in Quarantäne begeben. Ihr Schnelltest war positiv. Eigentlich hatte sie einen Termin im Testzentrum. Aber Menschen mit Symptomen testen sie nicht. Schilda? Ich war bei meiner Ärztin, weil mich der lang andauernde Husten und die Schlappheit irritieren. Natürlich hat sie dann auch einen Test gemacht.

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freut sich über die Wassergaben. Manchmal braucht es eine Anregung von außen, um sich wieder auf das Naheliegende zu besinnen. Man kann Wasser nicht nur mehrmals benutzen, man kann es auch auffangen. Man kann sich z. B. in einer Schüssel die Hände waschen, sogar mehrmals kann man das tun, kann in einer Schüssel etwas abspülen, sogar duschen ist auf diese Weise möglich. Dann verschwindet das kostbare Nass nicht länger still und heimlich im Gulli, was in Anbetracht der Tatsache, dass es sich dabei um Trinkwasser handelt, sowieso ein Unding ist.

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saß ich im Vorgarten, blickte in den Himmel, sah verschwommen einen Stern – ich war ohne Weitsichtbrille unterwegs – und genoß die Ruhe, die frische Luft. Ob sie tatsächlich frisch war, weiß ich natürlich nicht, zumindest roch es nicht mehr verbrannt. Gott sei Dank. 25 Tonnen Munition sollen noch im Grunewald lagern, da könnte also einiges in die Luft fliegen. Ich habe kurz überlegt, was ich tun würde, wenn ich wüsste, dass dies meine letzte Nacht wäre. Dann würde ich gern einen Whisky trinken. Aber es war wie immer, wenn man mal etwas braucht. Bin ich also ohne Whisky ins Bett.

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fühlt sich wie zu Hause, sagte er gerade, als wir uns in der Küche trafen. Das sind seine Temperaturen. Die Thailänderin dagegen geht nicht vor die Tür, wenn es so warm ist, das ist ihr too much. Dabei sollte sie Hitze eigentlich abkönnen. Wir haben uns für morgen zum Kaffee verabredet. Neuigkeiten austauschen. Ich freu mich über das kühle Wohnzimmer, in dem ich bis jetzt ungestört gelesen habe, in dem ich unbehelligt von vor meinem Fenster telefonierenden Menschen den Abend verbringen werde.

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schleicht zu mir herein. Der Nachbar von gegenüber hat mir die Zeitung gebracht, die er aus dem Krankenhaus mitgenommen hat. Er war kurz bei seiner Frau. Eigentlich hätte sie heute operiert werden sollen. Aber sie haben vergessen, die nötigen Ersatzteile zu bestellen. Erst haben sie nicht gemerkt, dass der Ellenbogen gebrochen ist, jetzt so etwas. Vorhin war er schon einmal mit zwei Gläsern selbst gekochter Marmelade hier. Ein wenig beneide ich den Freund um seine Eingebundenheit in die Nachbarschaft.

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Wieder hier. Beim Freund im Garten, meinem Sommer-Asyl. Noch nicht richtig fit, aber das wird schon noch. Bei der Influenza vor zwei Jahren hat das auch Wochen gedauert. Und der aktuelle Vorgang war ja eine exakte Kopie der damaligen Ereignisse. Warum eigentlich immer dieser Paukenschlag am Anfang, geht das nicht eine Nummer kleiner? Aber natürlich sind Fragen dieser Art überflüssig. Bleibe ich eben auf der Liege, lese ein wenig, schau in den Himmel, bewundere die Wolken, freu mich an der kühlen Luft. Und gesunde still vor mich hin.

 

Ein letztes Mal sitze ich mit meinem Frühstück auf der kleinen Holzterrasse. Eine der Katzen hat sich zu mir gesellt. Obwohl ich gestern die Früchte und welken Blätter der Linden gefegt habe, ist heute nichts mehr von meinem Einsatz zu sehen. Ich genieße den kühlen Wind, den weiten Blick in die erfrischt wirkende Landschaft.

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auf den Berg, um hier in Gemeinschaft den Gottesdienst unter freiem Himmel zu feiern. Jung und Alt, eine lebendige Gemeinde. Sie kommen nicht nur am Sonntag, nicht nur bei schönem Wetter. Im Januar standen sie ebenso draußen, als der kalte Wind Mäntel und Jacken blähte. Auch die „Kleinen Schwestern Jesu“ waren heute hier. Eigentlich hätten sie ein paar Tage im Gästetrakt verbringen sollen, aber da ist ja jetzt meine Quarantäne-Station.

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