gestern hat es sich abgekühlt. Angenehme Temperaturen für mich, die ich es eher gemäßigt mag. Leider nicht beim Essen. Wenn mir etwas schmeckt, dann esse ich auch dann noch, wenn ich keinen Hunger mehr habe. Eine Art Suchtverhalten sozusagen. (Heute Tag 100 ohne Alkohol, das ist ja sowas von easypeasy, da überlege ich gleich, ob ich nach den 200 Tagen nicht vielleicht doch mal wieder???) Weglassen werde ich das Essen nicht, aber eine magenfreundliche Diät habe ich gestern angefangen. Im Sinne von TCM, mal sehen, ob mir das hilft. Manchmal schlägt mir ja auch was auf den Magen. Druck. Ärger. Psychostress. Das hat der Magen bisher immer irgendwie weggesteckt. Warum macht er denn jetzt Sperenzchen?

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An die Havel. Wo wir die Badestelle die meiste Zeit für uns allein hatten. Nur ab und zu kam jemand vorbei, schwamm eine Runde, stieg aus dem Wasser, und fort waren sie. Das Licht unter den Weiden am Ufer betörend. Das Wasser nach kurzem Luftschnappen angenehm. Natürlich hatten wir auch ein Picknick dabei. Das Brot lag mir lange auf oder im Magen, aber so ist es im Moment mit allem, was ich esse. Göttin sei Dank war ich mit dem Ebike vom Buckower Freund unterwegs, dem vorübergehenden Ersatz für mein Bike, das er zur Reparatur mit nach Berlin genommen hat. Sonst hätte ich auf dem Rückweg gestreikt, hätte mein altes Rad in die Büsche und mich hinterher geworfen vor Ärger. Ich hasse Wind. Und das war kein kleiner, das war schon fast ein Sturm.

 
 

für die Bohnen ist bereitet. Dafür hat der Hausmann aus einem Stück Wiese Grasssoden ausgestochen. Das Stück wurde mir gestern zugeteilt, da wuchsen vor einigen Jahren schon mal Kartoffeln. Letztes Jahr hat die Gießener Freundin köstliche Bohnen von ihrem Feld mitgebracht, einige habe ich getrocknet, die Kerne müssen jetzt dringend in die Erde. Während der Hausmann mit Grassoden beschäftigt war, habe ich in den Himbeeren gehockt. Aber wie sonst auch, nach spätestens einer Stunde habe ich das Gefühl, dass mein Kopf platzt. Dann koche ich eben Kaffee. Von dem köstlichen Kuchen, den der Hausmann gestern zum Feiertag gebacken hat, sind noch zwei kleine Stücke übrig, die wir gleich schwesterlich teilen werden.

 
 

einen Pirol. Eine stattliche Birke. Über mir ein Zug mit 14 Kranichen. Sie fliegen so niedrig, dass ich das Rascheln ihrer Gefieder hören kann. Ich hole mir ein Kissen für den Rücken aus dem Haus. Diese verzärtelten Menschen wird der Hund denken, dem ich Samstags manchmal Gesellschaft leiste. Er ist sehr krank, macht aber einen munteren Eindruck. Beim Morgenspaziergang hat er mir schon einen Schrecken eingejagt, als er plötzlich hinter einer dichten Hecke verschwunden war und ich ihn nicht mehr sah, er auch nicht auf mich hörte. Ich hatte mich gerade durch das Dickicht gequält, als er hinter mir auftauchte. Suchst du was, schien sein Blick zu fragen.

 
 

Da ist es noch kühl. Dann bin ich zurück in mein Atelier gezogen. Himmel, was ich immer so bei mir haben muss. Espressokocher, Milchschäumer, Laptop, Notizbücher, Bücher, Kleidung. Man könnte glauben, ich wäre zwei Wochen verreist gewesen. Nebenan in der Maisonette sieht es fast schon wieder tipptopp aus. Nur ein kleiner Abwasch muss noch erledigt werden. Ich bin so froh, weil mein großer Raum hier mich so heiter empfangen hat. Die alte Eiche, frisch begrünt auch sie, winkt mir zu. Der Wind klingt mal wieder wie Meeresrauschen. Als würden Wellen an meinen Strand heranrollen. Stilles kleines Glück.

 
 

mal wieder die Gartenkissen durch die Gegend. 29 km/h. Da fahre ich auch heute nicht zum Einkaufen. Aber noch besteht die Gefahr des Verhungerns nicht. Zumal die Basics im Haus sind. Espresso, Milch, Brot, Käse, Gurke. Der kleine Wohnungswechsel tut mir gut. Ich arbeite. Und freu mich, weil ich nur kurz aufblicken muss, schon bin ich in dieser wunderbaren Weite verschwunden. Alle halbe Stunde mache ich ein paar Übungen (ich empfehle den Reha Experten Steffen Barth), dann gehe ich hinaus, um mich aufzuwärmen. Lese. Arno Gruen z. B. „Wider den Gehorsam“. Das schmale Bändchen ist gestern gekommen, ich hatte es ganz schnell ausgelesen.

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